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Teaserbild für Blogartikel 'Impact to Go' mit Jenniffer Feder, Elternzeitvertretung in der Öffentlichkeitsarbeit, auf grünem Hintergrund mit Kaffeeflecken und Audio-Wellenform

Alle guten Dinge haben ein Ende: Ein persönlicher Rückblick auf ein Jahr Elternzeitvertretung

Mittwoch, 15. Oktober 2025

Coffee-Date mit... Jenniffer Feder! Wir sprechen über ihre Erfahrungen bei uns und in der Brandenburger Gründungsszene.

Willkommen zu „Impact to go - Dein Coffee-Date mit…“!
Hier im Gründungszentrum Enterprise geht es mehr als nur um Ideen - es geht um echte Veränderungen. In dieser Reihe bekommst du spannende Einblicke in Gründungsstories, jede Menge Inspiration und wertvolles Wissen, dass dir bei deiner eigenen Gründung hilft. Denn nur mit Impact können wir die Welt verändern und du bist ein wichtiger Teil davon. Also schnapp deinen Kaffee, lehn dich zurück und lass dich von echten Gründe:rinnen inspirieren.

Hallo und herzlich willkommen zu einer ganz besonderen Folge unserer Interview-Serie „Impact to Go“ vom Gründungszentrum Enterprise. Diesmal gibt es eine Einzelfolge. Normalerweise gibt es bei uns Interviews, aber diesmal interviewe ich mich selbst. Der Grund dafür ist ganz einfach: Ende Oktober werde ich nicht mehr beim Gründungszentrum Enterprise arbeiten, da Rebekka Bittner aus ihrer Elternzeit zurückkehrt und die Öffentlichkeitsarbeit wieder übernimmt. Ich war als Elternzeitvertretung tätig, und auch diese Phase geht nun zu Ende. Deshalb möchte ich die Folgen jetzt einmal etwas persönlicher gestalten. Mein Team hat dafür viele tolle Fragen gesammelt, die ich hier in einem kleinen Körbchen habe und aus dem ich sie gleich ziehen werde.

Aber zuerst ein kurzer Überblick zu mir. Einige von euch kennen mich vielleicht schon oder haben zumindest einmal mit mir gesprochen oder mich auf einem Event gesehen. Ich bin Jenniffer Feder, gelernte Mediendesignerin, und habe mehrere Jahre in Agenturen in der Medienbranche gearbeitet – sowohl in der Grafik als auch im Projektmanagement, habe große Kampagnen gesteuert und dabei viel Wissen gesammelt.

Doch das war mir nicht genug. Ich wollte noch etwas anderes ausprobieren und bin in den Einzelhandel gewechselt, habe Brillen verkauft und Sehtests durchgeführt. Irgendwann erfüllte mich das aber auch nicht mehr, also habe ich in die Gastronomie gewechselt. Dort habe ich gekellnert (aus meiner Sicht sollte jede:r das einmal gemacht haben) und habe gleichzeitig im Büro viele Aufgaben übernommen: Layouts der Speisekarten, Social Media, Gästebetreuung, Eventmanagement und die Begleitung von Hochzeitspaaren. So konnte ich mein Wissen aus verschiedenen Bereichen bündeln.

Parallel habe ich selbst gegründet und setze mich mit re·set für eine bessere, vor allem entspanntere Gesellschaft ein. Genau daraus ergibt sich der Zusammenhang mit dem Gründungszentrum Enterprise: Für die Elternzeitvertretung wurde eine befristete Stelle ausgeschrieben, und ich hatte die Möglichkeit, in diesem Jahr alles zusammenzubringen, was ich zuvor gelernt hatte (auch als Gründerin) und die Öffentlichkeitsarbeit zu gestalten. Ich habe viel geschrieben, viel gelernt und werde nun an meine Vorgängerin und Nachfolgerin Rebekka übergeben.

Diese Folge ist für mich besonders: Sie ist ein Abschied, aber auch ein Rückblick. Ich möchte euch Einblicke geben, wie es mir hier ergangen ist, was ich gelernt habe und was vielleicht noch auf mich zukommt.

Also, ich greife mir mal den ersten Zettel und schaue, welche Frage darauf steht. Ich habe die Fragen vorher nur bedingt gesehen – sie wurden mir in ein Dokument gepackt, und ich habe sie in kleine Zettelchen geschnitten. Also öffne ich mal die erste Frage:

1. Neben dem Start in die Selbstständigkeit eine befristete Stelle anzunehmen, stelle ich mir herausfordernd vor. War diese befristete Stelle geplant oder eher ein glücklicher Zufall? Welche Erwartungen hattest du und haben sie sich erfüllt?
Diese Frage kommt von meiner lieben Chefin Karina, der Co-Projektleiterin des Enterprise-Teams. Eine tolle Frage und ein schöner Übergang. Wie gesagt, die Elternzeitvertretung wurde ausgeschrieben, weil Rebekka ihr Kind bekommen hat. Ich durfte in der Zwischenzeit einspringen und die Stelle würdig vertreten.

Die befristete Stelle war also nicht geplant. Unser Projekt ist zeitlich begrenzt, und natürlich ist eine Elternzeitvertretung von vornherein befristet. Ich habe in dem Moment aber gar nicht lange darüber nachgedacht, weil ich mich so darauf gefreut habe, Gründer:innen hier in Brandenburg mehr Sichtbarkeit zu geben, sie zu inspirieren und vielleicht auch Mut zu machen. Artikel schreiben, unterstützen, Geschichten erzählen, all das hat mich motiviert. So gesehen war es ein glücklicher Zufall.

Meine Erwartungen waren ehrlich gesagt nicht groß. Mir war es vor allem wichtig, den tollen Visionen und Ideen, die ich hier kennenlernen durfte, eine Bühne zu geben. Und genau das hat sich erfüllt, sogar noch viel mehr. Es war unglaublich bereichernd, Teil dieses Miteinanders zu sein und die Visionen nach außen zu tragen.

Der nächste Zettel stammt von meiner Kollegin Kiara aus der Gründungsberatung:
2. Nun hast du dich ja ein gutes Jahr intensiv mit dem Thema Social Entrepreneurship beschäftigt. Welche Auswirkungen hatte das auf deine eigene Selbstständigkeit? Wie hat sich dadurch dein Blick auf deine eigene Selbstständigkeit verändert?

Das ist eine sehr gute Frage. Für mich hat sich tatsächlich viel verändert. Ich gehe an viele Themen bewusster heran: Wo lasse ich produzieren? Welche Werte sind mir wichtig? Mit welchen Menschen möchte ich zusammenarbeiten? Steht der Profit wirklich an erster Stelle, oder geht es vielleicht um etwas anderes?

Die Arbeit mit Gründer:innen, das ständige Begleiten ihrer Herausforderungen, das bereichert mich enorm. Social Entrepreneurship hat einen ganz eigenen Kern: miteinander Gutes schaffen. Diese Haltung möchte ich auch in Netzwerkevents nach außen tragen und dafür sorgen, dass das Social Entrepreneurship bekannter wird und Menschen zum Umdenken angeregt werden.

Es macht unheimlich Spaß, Impulse zu geben, auch klassische Strukturen „social“ zu denken. Die tägliche Rückkopplung mit den Gründenden, das Kennenlernen neuer Ideen und Möglichkeiten, Kooperationen, Vereine, Institutionen, Stiftungen… all das verändert meinen Blick auf die eigene Selbstständigkeit. Ich sehe viel mehr Chancen und Wege, wie ich andere unterstützen kann – und dabei selbst lerne und wachse

Ja, die nächste Frage kommt von unserem Gründungsberater Sebastian:
3. Welchen Wunsch verbindest du mit der unternehmerischen Selbstständigkeit und was müsste ein Jobangebot leisten, um dich davon abzubringen?

Eigentlich steckt in der Frage schon, was mich dazu bringen könnte, komplett in die Selbstständigkeit zu gehen – oder umgekehrt: was müsste ein Job leisten, damit ich mich davon abwende. Ich glaube, darauf gibt es für mich keine echte Antwort. Für mich ist es wichtig, dass meine Arbeit sinnvoll ist und eine gewisse Wirkung hat. Jeder Job, der mir angeboten würde, der interessant wäre und zu mir passt, erfüllt diesen Anspruch ohnehin schon. Deshalb gibt es für mich keinen Job, der etwas Besonderes leisten müsste, um mich von der Selbstständigkeit abzubringen.

Wichtig ist mir, dass ein Job vereinbar ist: mit meinem Leben, mit meiner Teilselbstständigkeit nebenbei und vor allem mit meinen Werten. Aber solch einen Job wähle ich automatisch aus.

Mein Wunsch, selbstständig zu arbeiten, hängt stark mit Selbstbestimmung zusammen. Ich möchte gestalten dürfen, etwas verändern können und wollen. Das geht natürlich sowohl als Angestellte als auch als Gründerin, und für mich schließt sich das eine nicht aus. Daher muss ein Job nichts Besonderes leisten, um mich von der Selbstständigkeit abzubringen. Ich habe gelernt, welche Rahmenbedingungen mir gut tun, welche Menschen mich bereichern.

4. Du hattest in deiner Zeit im Gründungszentrum viel Austausch mit Gründerinnen und Gründern. Was sind deiner Meinung nach die Faktoren, die sie antreiben, ein soziales Unternehmensmodell zu wählen?
Eine sehr interessante Frage, bei der man ein bisschen zurückblicken muss. Ich würde sagen, viele Gründer:innen tragen den inneren Wunsch in sich, Strukturen zu gestalten oder zu verändern. Sie möchten bewusst etwas bewegen. Prinzipiell kann man in jeder Branche etwas bewirken.Was ich oft beobachte, ist dieser starke Drang, aus der eigenen Gründung heraus etwas Positives zu verändern. Viele Gründer:innen haben diese Sehnsucht, aktiv etwas zu verbessern – sei es die eigene Lebensqualität, die Finanzen oder das Umfeld. Und natürlich auch, die Welt insgesamt ein Stück besser zu machen.

Dieser Gedanke reicht von der Verbesserung sozialer Strukturen im eigenen Ort über die Unterstützung von Menschen mit Behinderungen oder Benachteiligten bis hin zu nachhaltigen Initiativen für die Umwelt. Für mich ist das der größte Antrieb: Gründer:innen wollen wirklich etwas bewegen – für sich selbst oder für andere.

5. Was würdest du sagen, sind die Vor- oder auch Nachteile? Was war die größte Herausforderung und was das schönste Learning?
Ich bin mir nicht ganz sicher, worauf Karina mit der Frage genau abzielt, aber für mich war die größte Herausforderung, mich innerhalb kurzer Zeit in die Elternzeitvertretung einzuarbeiten. Ich wollte schnell handlungsfähig sein und die Stelle nahtlos besetzen, damit keine Lücke entsteht. Ich glaube, das ist mir ganz gut gelungen, zumindest habe ich bisher nichts Negatives gehört.

Mein schönstes Learning war, dass ich das geschafft habe. Ich habe erneut gesehen, dass ich anpassungsfähig bin, lernwillig, mir Neues aneignen kann und meine Stärken kompetent einbringe. Ich kann für ein neues Thema brennen. Und das ist eine große Stärke von mir.
Die Herausforderung und das Learning lagen also eng zusammen: Es hat mir gezeigt, dass ich genau solche Aufgaben gut bewältige und dass mir das Thema selbst sehr am Herzen liegt, weil ich selbst Gründerin bin. Das hat vieles erleichtert und mir richtig viel Spaß gemacht.

Und damit gehe ich direkt zur nächsten Frage.
6. Inwiefern hat dich diese Erfahrung für deine weitere berufliche Laufbahn geprägt? Würdest du heute wieder eine befristete Stelle annehmen? Und wenn ja, unter welchen Bedingungen?
Befristete Stellen sind natürlich immer eine Herausforderung, aber sie sind auch gut planbar. Mir war von Anfang an bewusst, dass ich ein festes Enddatum habe, sobald Rebekka ihr Kind bekommt. Das ist das Schöne daran: Man kann den Horizont sehen, planen und überlegen, wie es danach weitergeht.
Es ist natürlich schade, dass ich das Gründungszentrum jetzt verlasse, aber ich hinterlasse ja auch etwas. Ich durfte ein Jahr lang wundervolle Geschichten schreiben, sie nach außen tragen und sichtbar machen. Diese Erfahrung hat mich definitiv geprägt – beruflich wie persönlich.

Ich habe aus allen bisherigen Berufen etwas mitgenommen, und so ist es diesmal auch. Gerade das Thema Gründungsberatung, das Unterstützen von Träumen, wird mich weiterhin begleiten. Es ist sehr stärkend zu erleben, dass man anderen wirklich etwas geben kann. Und dass man selbst dabei so viel zurückbekommt. Dieses Gefühl, Teil eines offenen, starken Teams zu sein, gibt mir enorm viel und wird definitiv meine berufliche Zukunft und meine eigene Gründung beeinflussen.
Mein Mindset hat sich dadurch definitiv ein Stück verändert. Ja, eine befristete Stelle anzunehmen war eine Herausforderung, weil sie ein klares Ende hatte. Aber ich habe mich darauf eingelassen, bin mitgeschwommen und habe so viel gelernt. Es war einfach eine wundervolle Erfahrung, die ich nicht missen möchte.

Die liebe Kathleen aus unserem Team, die sich immer um Tabellen und Bürokratie kümmert, fragt:
7. Siehst du Verbesserungspotenzial? Würdest du, wenn du könntest, etwas anders machen?

Das ist eine sehr schöne Frage und hängt ein bisschen an die vorherige an. Ich würde manchmal weniger nur auf die harten Fakten einer Gründung schauen – Finanzplan, Geschäftsmodell, Förderungen, Marketing. Natürlich sind das alles wichtige Punkte und dürfen nicht fehlen.

Aber mir fehlt manchmal die persönliche Komponente: Warum macht die Gründerin oder der Gründer das eigentlich? Was treibt sie oder ihn an? Welche Hürden könnten entstehen, weil Ressourcen fehlen? Besonders die mentale Gesundheit liegt mir ja sehr am Herzen. Wie kann man sich als Gründer*in so aufstellen, dass es einem während der Gründung gut geht? Diese Phase ist herausfordernd, und darauf sollte man den Fokus legen.
Jede:r, der oder die gründen möchte, sollte sich bewusst sein, dass Selbstständigkeit die größte Persönlichkeitsentwicklung mit sich bringt. Es gibt Momente voller Zweifel, Tage voller Euphorie, Rückschläge – das lässt sich nicht durch Finanzpläne oder Contentpläne abbilden. Hier gilt es, reinzufühlen: Was tut mir gut? Welche Ziele habe ich? Welche Ressourcen stehen mir zur Verfügung – mental, gesundheitlich, sozial? Dieser Aspekt wäre noch ein Wunschimpuls von mir.

8. Gab es Momente, in denen du dich zwischen deinen beiden Rollen – Selbstständigkeit und Anstellung – entscheiden musstest? Welche Strategie hast du, um beides gut zu vereinbaren, ohne eine der beiden Rollen zu vernachlässigen?
Realtalk: Es ist manchmal schwer, Rollen miteinander zu kombinieren. Ich habe ja nicht nur die Rollen als Selbstständige und Angestellte, sondern auch als Ehefrau, als private Jenni und so weiter.

Insgesamt war es aber relativ leicht, das Nebenberufliche mit dem Hauptberuflichen zu verbinden. Viele Events, bei denen ich ohnehin dabei gewesen wäre, passten gleichzeitig in meine Arbeitszeit. So war Freizeit und Arbeit zugleich und es fühlte sich weder nach Freizeit noch nach Arbeit an. Ich konnte Workshops besuchen, unsere Berater:innen kennenlernen, Gründer:innen wahrnehmen, Inhalte konsumieren und lernen, wie Workshops gut laufen.
Natürlich gab es auch Momente, in denen ich am Wochenende eigentlich etwas für mein Business hätte tun müssen, es aber nicht getan habe, weil ich einfach von den Veranstaltungen oder Eindrücken erschöpft war. Und das darf auch sein.

Alles hat sich letztlich gut ineinandergefügt. Ich hatte keine feste Strategie außer, Spaß zu haben und Leidenschaft in beiden Rollen zu leben, sei es in meiner Selbstständigkeit oder in der Öffentlichkeitsarbeit. Für mich war das immer „Mit Wirkung gestalten und mit Achtsamkeit gründen“. Und das hat sich stimmig angefühlt.

Susann, Projektleiterin von Perspektive:Selbstständigkeit (Frauen) fragt:
9. Gab es in der Zusammenarbeit hier einen Aha-Moment, der dich inspiriert oder nachhaltig geprägt hat?

Eine sehr schöne Frage. Ad hoc fällt mir kein einzelner Aha-Moment ein. Es gab viele kleine Momente, die mir gezeigt haben, dass ich auf dem richtigen Weg bin – sowohl als Gründerin als auch als Angestellte. Dass ich beides parallel haben kann, war ein wichtiger Aha-Moment.
Trotzdem frage ich mich bei Netzwerktreffen manchmal: „Als was trete ich jetzt auf?“ Auf diese Frage habe ich noch keine Antwort.

Der eigentliche Aha-Moment war aber, mit einem so tollen Team und großartigen Menschen zusammenzuarbeiten aus unterschiedlichen Projekten, Branchen und mit verschiedenen Gründer:innen. Allein diese Vielfalt war ein Aha-Moment. Und die Erkenntnis, dass ich beide Rollen vereinbaren kann und dass sich das gut anfühlt, ist für mich das wichtigste Learning.

10. Vor einigen Jahren hast du dich selbst gefragt, ob deine Selbstständigkeit ein Social Enterprise ist. Wie würdest du die Frage heute beantworten und was würdest du Menschen raten, die sich das selbst mit Blick auf ihr Unternehmen fragen?
Gute Frage, liebe Kiara. Damals habe ich wirklich überlegt, ob ich „social“ bin oder nicht. Ich war mir nicht sicher, ob ich bei Enterprise anklopfen darf und zum Glück durfte ich. Auch beraten werden durfte ich.

Heute würde ich sagen: Ja, ich bin definitiv ein Social Enterprise. Vielleicht nicht in der klassischen Definition, aber mein Business fördert mentale Gesundheit und schafft somit kleine Ruhemomente. Diese wirken wiederum in der Gesellschaft: für mehr Ruhe im Kopf, mehr Kreativität, mehr Leichtigkeit und ein stressfreieres Miteinander.
Auch bei Strukturen, Produktionswegen und Kooperationen habe ich darauf geachtet, nachhaltig und wertbasiert zu arbeiten. Ich habe Lieferanten bewusst ausgewählt und geprüft, ob sie zu meinen Werten passen. Heute würde ich sagen, ich bin mehr Social Business als früher. Social Business bedeutet für mich, dass man im Denken und Handeln den Menschen in den Mittelpunkt stellt – nicht den Profit. Und das tue ich.

11. Du lebst selbst seit einigen Jahren in Brandenburg. Wie nimmst du durch die Arbeit bei uns das Gründungsnetzwerk hier wahr?
Ich bin gebürtige Berlinerin und habe 30 Jahre in Berlin gelebt. Dort wollte ich schon früh gründen, hatte ein gutes Netzwerk, und Berlin erschien mir sehr gründungsfreundlich. Als ich nach Brandenburg zog, hatte ich zunächst das Gefühl, es gäbe kaum Angebote. Ich startete quasi bei Null.
Rückblickend verstehe ich das gut: Brandenburg ist ein Flächenland mit viel Weite und langen Wegen. Berlin ist kompakt und klar strukturiert – das macht einen Unterschied. Aber inzwischen habe ich gemerkt, dass Brandenburg ein sehr gutes Netzwerk hat. Lotsendienste, Gründungszentren, die IHK – alle kennen sich, arbeiten zusammen und fördern aktiv. Das System funktioniert, auch wenn es räumlich verteilt ist.

Mein Rat an Gründer:innen in Brandenburg: Nutzt diese Möglichkeiten! Das Flächenland bietet Vorteile, die Berlin nicht hat. Die Szene unterscheidet sich kaum, nur die Wegstrecken sind eben länger.

Saskia von der Impact Community fragt:
12. Was muss ein Gründer oder eine Gründerin für dich mitbringen? Was macht eine Gründungspersönlichkeit aus?

Eine Gründungspersönlichkeit ist für mich offen, neugierig und bereit, Neues auszuprobieren. Sie sollte flexibel und agil sein, ihre Ideen verfolgen und gleichzeitig reflektieren können.
Wichtig ist auch, dass man seine Ressourcen kennt und reflektieren kann: man weiß, wo die eigenen Stärken liegen, wann man Hilfe braucht, und wie man mit Herausforderungen umgeht. Diese Mischung aus Selbstkenntnis, Offenheit und Durchhaltevermögen macht für mich eine gute Gründungspersönlichkeit aus.

Kommen wir zur letzten Frage. Die stellt Tino, der mein Pendant bei Perspektive:Selbstständigkeit ist somit dort die Öffentlichkeitsarbeit macht.
13. Wie blickst du nach einem Jahr bei Enterprise auf die Gründerinnen-Szene? Kann man einen Zusammenhang zwischen weiblichen und nachhaltigen Gründungen erkennen?

Mein Bauch sagt: Ja. Ich habe gerade keine Zahlen, aber Frauen denken häufig sozialer und gründen sozialer. Sie haben ein starkes Gespür für Ungerechtigkeit, Care-Themen, Vereinbarkeit von Familie und Job. Sie gehen überlegter vor, achten auf Nachhaltigkeit und langfristige Wirkung.
Natürlich gibt es auch viele großartige männliche Gründer. Aber ich habe festgestellt: Frauen gründen oft nachhaltiger, sozialer, reflektierter – mit Herzblut und manchmal mit etwas zu viel Respekt. Da darf es noch ein kleines Extra an Mut geben.

Also in diesem Sinne hoffe ich, ich konnte euch ein paar Einblicke geben.
Ich freue mich, dass Rebekka ab Ende Oktober übernimmt und die großartigen Stories weiterträgt. Danke an all die wundervollen Menschen, die ich treffen durfte, und an meine Kolleg:innen für die tollen Fragen und das offene Willkommen.

Wenn ihr mir weiterhin folgen wollt, schaut gerne bei LinkedIn oder Instagram vorbei: @gespannt.entspannt – dort bekommt ihr Einblicke in mein Unternehmerinnen-Dasein.

Ich wünsche dem Enterprise-Team nur das Beste. Wir sehen uns, wir lesen uns, wir hören uns – mein Standardgruß. Vielen Dank für die Möglichkeit, hier zu wachsen und meine Erfahrungen zu teilen. Alles Gute euch da draußen!

Mehr über Jenniffer Feder:


Du hast eine Gründungsidee, aber noch keinen Plan, wo du anfangen sollst?

Willkommen beim Gründungszentrum Enterprise! Wir sind deine erste Anlaufstelle für innovative, soziale und nachhaltige Gründungsvorhaben in Brandenburg. Mit kostenfreier Beratung, spannenden Workshops und einem starken Netzwerk begleiten wir dich auf deinem Weg in die Selbstständigkeit. Wenn du die Welt verbessern möchtest und aktiv die Zukunft gestalten möchtest, wir helfen Dir aus deiner Idee echten Impact zu machen. Meld dich doch bei uns! Buch dir direkt hier ein kostenfreies Erstgespräch. Wir freuen uns auf dich und deine Idee!

Das Projekt Gründungszentrum Enterprise ist ein Projekt der Social Impact gGmbH und wird gefördert durch das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz des Landes Brandenburg und kofinanziert von der Europäischen Union.

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