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Mann mit Bart und dunklen Haaren spricht mit Mikrofon in der Hand, trägt Jeanshemd und Namensschild

Außenwirkung & Präsenz – wie du sichtbar wirst, ohne dich zu verbiegen

Mittwoch, 09. Juli 2025

Wie kannst du deine Außenwirkung stärken, selbstbewusst auftreten und dein Thema überzeugend und authentisch nach außen bringen.

Du hast eine gute Idee und eine richtig starke Vision? Dann wird es Zeit, dass man dich sieht! Doch hast du dir schonmal die Fragen gestellt: Wie wirke ich eigentlich auf andere? Was, wenn ich mich dabei nicht wie ich selbst bin? Und was tun mit dieser kleinen, nervigen Stimme im Kopf, die sagt: „Du bist doch noch gar nicht so weit, um jetzt hier groß von deiner Idee zu erzählen…“?

In diesem Artikel geht’s nicht um Schauspielerei oder pure Selbstoptimierung. Sondern um etwas ganz anderes: deine „authentische Präsenz“. Darum, dich selbst besser zu verstehen, damit andere dich überhaupt verstehen können.

Selbstbewusstsein beginnt im Inneren

„Sei einfach du selbst!“ klingt mehr nach einem Kalenderspruch an der Wand im Büro. Weißt du denn überhaupt, wer dieses „Selbst“ eigentlich ist, das da sichtbar werden soll?

Nimmt man „Selbstbewusstsein“ beim Wort, heißt es nichts anderes als sich seiner selbst bewusst sein. Das klingt erstmal philosophisch (Querverweis nach Griechenland an die vielzitierte Inschrift am Apollotempel von Delphi) – ist aber total praktisch. Frag dich doch mal:

  • Was treibt mich an? Was motiviert mich?
  • Wofür stehe ich – und wofür eher nicht?
  • Welche Wirkung will ich überhaupt erzielen?

Je klarer du das für dich beantworten kannst, desto natürlicher wird dein Auftritt. Denn du brauchst keine Maske, wenn du deine Haltung kennst. Präsenz entsteht nicht durch Lautstärke, bunte Kleidung oder eine schrille Brille… sondern durch Klarheit und Vertrauen. Und durch die Erkenntnis: Ich darf so auftreten, wie ich bin.


Körpersprache & Stimme: So sprichst du mit deinem ganzen Auftritt

Wusstest du, dass dein Körper immer mitredet? Selbst dann, wenn du gerade schweigst? Schon Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick sagte „Man kann nicht nicht kommunizieren.“ Denn:

  • Deine Körperhaltung verrät dem Gegenüber, wie du dich fühlst.
  • Deine Stimme zeigt, ob du überzeugt bist oder dich lieber in der hinterletzten Ecke verkriechen möchtest.
  • Dein Blickkontakt entscheidet, ob sich dein Gegenüber angesprochen fühlt oder eher ausgeschlossen.

Kurz gesagt: Präsenz hat ganz viel mit deinem Körper zu tun. Das heißt jetzt im Umkehrschluss jetzt nicht, dass du jetzt eine Theaterausbildung machen musst. (Auch wenn wir hier ja in der Schiffbauergasse so einige Möglichkeiten hätten…)

Aber du darfst mal bewusst ausprobieren:
Wie stehst du da, wenn du über deine Idee sprichst? Wie klingt deine Stimme, wenn du dich sicher fühlst? Und wie, wenn du zweifelst?
Präsenz kann man üben. Und das geht sogar mit Spaß: Stell dich mal vor den Spiegel, erkläre dir selbst deine Gründungsidee – und beobachte, was passiert.


Klar denken, klar sprechen: Deine Gedanken sind deine Bühne

Arbeitest du gerne an einem aufgeräumten Schreibtisch oder an einem Tisch voller Zettel, Schokoriegel-Verpackungen und Taschentüchern? Lehnen wir uns mal ganz weit aus dem Fenster, die meisten antworten sicher hier mit einem klaren "aufgeräumter Schreibtisch".
Ein aufgeräumter Geist kann einfach besser arbeiten. Wenn du innerlich Chaos hast, wird’s außen nicht geordneter.

Unsere Gedanken formen unsere Sprache. Und unsere Sprache formt unsere Wirkung.
Deshalb: Bevor du andere begeisterst, sortiere erstmal dich selbst.

  • Was ist der Kern meiner Idee?
  • Was will ich sagen – und was kann erstmal warten?
  • Welche Botschaft möchte ich unbedingt vermitteln?

Hier helfen einfache Tools: Mindmaps, Sprachnachrichten an dich selbst, das gute alte „Was würde ich einer Freundin erzählen?“.
Mein Lieblingstrick: Schreib mal deinen eigenen inneren Kritiker auf. Gib ihm ganz bewusst einen Namen. Und dann sag laut: „Danke, Klaus Kritiker, du darfst da hinten Platz nehmen – ich bin hier gerade beschäftigt.“


Pitch it! So bringst du deine Idee auf den Punkt

„Und…was machst du so?“
Die meistgestellte Frage auf Netzwerktreffen. Und immer wieder eine Heraisforderung für dich als (angehende:r) Gründer:in? Wie sagst du in 30 Sekunden, was dein Herzensprojekt ist – ohne dass es klingt wie ein Bewerbungsgespräch?

Hier kommt dein Pitch ins Spiel. Wichtig ist:

  • Klarheit (= kein Fachchinesisch, Fremdworte und Fachjargon)
  • Emotion (= was dich berührt, berührt auch andere)
  • Ein Satz, der wirklich hängenbleibt (= „Ich entwickle ein Zero-Waste-Café-Konzept für Brandenburger Innenstädte“ – Zack, Interesse geweckt!)

Der Pitch ist kein Aufsatz. Er darf lebendig sein. Und du darfst verschiedene Versionen haben – je nachdem, ob du mit Investor:innen sprichst, deiner Oma oder potenziellen Kooperationspartner:innen.
Unser Tipp: Übe laut. Mit Menschen (des Vertrauens). Mit Feedback. Und nimm dich dabei ruhig mal auf – unangenehm, aber extrem aufschlussreich!


Wahrnehmung schärfen - innen und außen

Manchmal denken wir, wir hätten ganz klar kommuniziert – und dann kommt beim Gegenüber etwas ganz anderes an.
Denn zwischen dem, wie wir uns sehen, und dem, wie andere uns sehen, liegt oft eine Lücke. Diese Lücke lässt sich verkleinern, das ist die gute Nachricht.
Zum Beispiel so:

  • Hol dir ehrliches Feedback. Frag gezielt: „Wie wirke ich auf dich? Wie, wenn ich über meine Idee spreche?“
  • Nutze Perspektivwechsel. Was würde dein:e Lieblingskund:in über deinen Auftritt sagen?
  • Beobachte andere: Wer wirkt auf dich überzeugend? Und warum?

Wirkung heißt nicht, dass du dich anpassen oder verstellen musst. Aber du darfst erkennen, wie dein Auftreten ankommt und ob das zu dem passt, was du eigentlich nach außen (und innen) transportieren möchtest.


Also: Zeig dich. Werde sichtbar. Aber so, wie du wirklich bist.

Fassen wir kurz zusammen:

  • Du musst nicht schreien, um gehört zu werden.
  • Du musst nicht perfekt sein, um präsent zu sein.
  • Du darfst lernen, dich zu zeigen – mit all deinen Ecken, Ideen, Zweifeln und Visionen.
  • Und es darf am Anfang nicht sofort funktionieren. Sieh es als Prozess.

Geh raus. Und wenn du dich noch nicht bereit fühlst: geh trotzdem! Denn manchmal kommt das Selbstbewusstsein nach dem ersten Schritt.

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