Montag, 27. Mai 2024
Sozialunternehmen, Soziale Unternehmen, Social Entrepreneurs, gemeinwohlorientierte Unternehmen - der Unterschied zwischen den Begriffen verständlich erklärt
In der Welt des Unternehmertums werden viele Begriffe, synonym verwendet, obwohl sie unterschiedliche Bedeutungen haben. Dabei ist die Unterscheidung zwischen den einzelnen Begriffen sowohl von praktischer als auch von konzeptioneller Bedeutung. Denn, je klarer die Definition des Wortes, umso einfacher ist es, die Absichten und Ziele der verschiedenen Arten von Unternehmen zu kommunizieren und zu verstehen. So wird es der breiten Öffentlichkeit, Investor:innen und Unterstützer:innen ermöglicht, fundierte Entscheidungen darüber zu treffen, welche Initiative sie unterstützen möchten.
Zwei dieser Begriffe sind unter anderem „Sozialunternehmertum“ und „soziale Unternehmen“. Die beiden Begriffe werden oft synonym verwendet, haben aber leicht unterschiedliche Nuancen.
Ein Sozialunternehmen (auch als Social Enterprise bezeichnet) ist ein Unternehmen, das wirtschaftliche Ziele verfolgt und gleichzeitig soziale oder ökologische Probleme lösen möchte. Das heißt, das Unternehmen kombiniert traditionelle Geschäftsmodelle mit einer sozialen Mission. Dabei liegt der Fokus auf der Schaffung von sozialem Mehrwert, während gleichzeitig finanziell nachhaltig und profitabel gearbeitet wird.
Klassisches Beispiel für ein Sozialunternehmen:
„Viva con aqua“ – durch den Verkauf von Wasserflaschen werden Projekte zur Trinkwasserversorgung in Entwicklungsländern finanziert.
Merkmale:
Soziale Unternehmen (auch Sozialbetriebe genannt) sind Unternehmen, die sich in erster Linie um soziale Belange kümmern. Also soziale Dienstleistungen anbieten oder Arbeitsplätze für benachteiligte Gruppen schaffen. Dies kann ein traditionelles gewinnorientiertes Unternehmen sein, das soziale Programme oder Initiativen unterstützt, aber auch gemeinnützige Organisationen, die sich ausschließlich auf die Erfüllung sozialer Bedürfnisse konzentrieren. Der Hauptunterschied zum Sozialunternehmen liegt in der primären Zielsetzung:
Während Sozialunternehmen von Anfang an mit der Absicht gegründet werden, ein spezifisches soziales oder ökologisches Problem zu lösen, können soziale Unternehmen ihre sozialen Aktivitäten auch als einen Teil ihrer Firmenpolitik (Corporate Social Responsibility) verfolgen.
Klassisches Beispiel für ein soziales Uunternehmen:
Ein gemeinnütziger Verein, der Menschen mit Behinderungen beschäftigt.
Merkmale:
Gemeinwohlorientierte Unternehmen sind eine spezifische Form von Sozialunternehmen. Sie setzen sich explizit für das Gemeinwohl ein, was bedeutet, dass sie ihr Geschäftsmodell so gestalten, dass sie einen positiven Einfluss auf die Gesellschaft haben. Dies umfasst ökologische Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit. Die Gemeinwohl-Bilanz, die von solchen Unternehmen erstellt wird, bewertet ihren Beitrag zum Gemeinwohl anhand von Kriterien wie Menschenwürde, Solidarität, ökologische Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit und demokratische Mitbestimmung.
Klassisches Beispiel für gemeinwohlorientierte Unternehmen:
Ein Unternehmen, das ausschließlich mit fair gehandelten Rohstoffen arbeitet und dabei auf umweltfreundliche Produktionsprozesse setzt.
Merkmale:
Social Entrepreneurs oder Sozialunternehmer:inne sind Personen, die innovative Lösungen für soziale oder ökologische Probleme entwickeln und diese durch unternehmerisches Handeln umsetzen. Social Entrepreneurs haben eine starke Vision und die Entschlossenheit, ihre Ideen trotz möglicher Hindernisse umzusetzen.
Merkmale:
Denn Unterschiedliche Begriffe können verschiedene Erwartungen und Vorstellungen wecken:
Deswegen ist es gerade auch für Gründer:innen und Führungskräfte wichtig, ihre eigene Organisation klar zu definieren, um ihre Mission sowohl innerhalb als auch außerhalb des Unternehmens deutlich zu machen und auch die passenden Fördermittel und Partner und Partnerinnen zu finden. Die genaue Definition hilft zudem dabei, die Rolle und den Einfluss dieser Unternehmen in der Gesellschaft zu erfassen und zu analysieren.
Jedoch ist die Namensfrage oft von sekundärer Bedeutung im Vergleich zu den tatsächlichen Aktivitäten und der Wirkung des Unternehmens auf die Gesellschaft. Wichtig ist, dass das Unternehmen tatsächlich einen positiven sozialen oder ökologischen Einfluss hat, unabhängig wie es sich nennt.
Sozialunternehmen: Fokus auf Lösung sozialer Probleme durch unternehmerisches Handeln.
Soziale Unternehmen: Traditionelle Unternehmen mit sozial verantwortlichem Handeln.
Gemeinwohlorientierte Unternehmen: Priorisieren das Gemeinwohl über Gewinnmaximierung.
Social Entrepreneurs: Unternehmer:innen welche innovative Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen entwickeln.
