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Teaserbild für Blogartikel 'Impact to Go' mit Kiara Sobina, Gründungsberaterin im Gründungszentrum Enterprise, auf grünem Hintergrund mit Kaffeeflecken und Audio-Wellenform

Coffee-Date mit... #01: Kiara Sobina!

Donnerstag, 27. März 2025

Kiara teilt ihre Erfahrungen aus der Beratungspraxis, spricht über die typischen Herausforderungen von Gründer:innen und erklärt, warum Gründen mehr als nur eine Idee ist – es geht um echte Veränderung.

Willkommen zu „Impact to go - Dein Coffee-Date mit…“!
Hier im Gründungszentrum Enterprise geht es mehr als nur um Ideen - es geht um echte Veränderungen. In dieser Reihe bekommst du spannende Einblicke in Gründungsstories, jede Menge Inspiration und wertvolles Wissen, dass dir bei deiner eigenen Gründung hilft. Denn nur mit Impact können wir die Welt verändern und du bist ein wichtiger Teil davon. Also schnapp deinen Kaffee, lehn dich zurück und lass dich von echten Gründe:rinnen inspirieren.

Ich freue mich riesig, dich heute bei dem allerersten Coffee-Date vom Gründungszentrum Enterprise begrüßen zu dürfen! Die liebe Kiara sitzt mir gerade gegenüber.
Sie ist nämlich die Expertin bei uns im Gründungszentrum Enterprise für die Gründungsberatung. Nebenbei hat sie tatsächlich ihre eigene Unternehmensberatung und berät auch dort Gründende. Sie berät dich in Strategien, finanziellen Lösungen und allem möglichen und das mit ganz, ganz viel Freude, Liebe zum Detail und immer mit einem riesigen Lachen im Gesicht. Ja, Kiara, magst du dich vielleicht einmal kurz und knapp vorstellen?
Aber sehr gerne! Dabei hast du das eigentlich schon total gut gemacht. Genau, mein Name ist Kiara Sobina, ich bin seit ungefähr anderthalb Jahren Teil des Gründungszentrums Enterprise und freue mich sehr darüber. Ich übernehme hier zusammen mit meinem Kollegen Sebastian die Gründungsberatung - das heißt, wir sind ganz nah an den Gründer:innen dran und helfen denen sozusagen bei der Orientierungsphase. Ich wohne in Berlin, arbeite sehr, sehr gerne in Potsdam, bin froh hier jeden Tag rauskommen zu dürfen.

Danke für die kurze Vorstellung. Wie ist denn dein Weg überhaupt hierher ins Gründungszentrum gewesen? Wie bist du dazu gekommen? Gab es irgendein Schlüsselmoment?
Ja, tatsächlich komme ich klassisch aus der Betriebswirtschaft. Und wie wahrscheinlich so viele Leute war ich der Klassiker: nach dem Abi hab ich nicht so genau gewusst, was ich machen möchte, aber ich wusste irgendwie, die Selbstständigkeit ist vielleicht die Form der Arbeit, die ich bevorzuge, und vor allem ist das eigene Unternehmen irgendwie eine spannende Geschichte für mich. Deswegen habe ich Betriebswirtschaft studiert und habe ganz, ganz früh schon festgestellt, dass ich damit auf gar keinen Fall in große Konzerne gehen möchte, sondern eine Leidenschaft habe für Menschen, die ihre eigenen Ideen verwirklichen und die sich in die Selbstständigkeit trauen.
Ich habe auf dem Weg auch ganz oft mitbekommen, dass viele dieser Unternehmungen daran scheitern oder besser gesagt nicht daran scheitern, dass Leute keine großen Ideen haben und tolle Ideen haben, sondern daran, dass sie manchmal eben die betriebswirtschaftlichen Aspekte nicht mit beleuchten und da keine Lust zu haben und eben auch keinen Zugang zu finden. Deswegen habe ich während des Studiums schon irgendwie entschieden, „ich glaube, ich möchte Leuten helfen, sich selbstständig zu machen“ und „ich möchte Menschen helfen, die ihr eigenes Unternehmen haben“. Und genau so kam der Weg in die Gründungsberatung.
Über Enterprise bin ich gestolpert. Das Gründungszentrum Enterprise hat einen sehr, sehr großen Namen in der Branche, in der ich tätig bin: das heißt, ich war früher tatsächlich auch schon als Beraterin tätig für das Gründungszentrum als externe Beraterin und freue mich sehr, dass ich seit anderthalb Jahren Teil des Teams sein darf und von innen herauswirken darf.

Also kann man schon zusammenfassend sagen, dass es dir bei einer Gründung vor allen Dingen um die persönlichen Anliegen geht, aber gepaart mit dem fachlichen Input, den du dann eben geben kannst, um auch ein bisschen Sicherheit in der Gründung zu geben? Ist das sozusagen das persönliche Anliegen, Wissen mit Witz, Charme und vor allen Dingen mit ganz viel Enthusiasmus zu verbinden?
Ja, ich habe das Glück, der Enthusiasmus kommt glücklicherweise von alleine. Ich habe das große Glück, in meinem Beruf ganz viele tolle Menschen und ganz viele tolle Ideen kennenzulernen, über die ich selber sonst wahrscheinlich nie gestolpert wäre. Ich glaube, der Grundstein meiner Arbeit lässt sich vielleicht so erklären: Wir sind hier Sparringspartner für alle, die gründen wollen. Gründen ist nicht ganz einfach und vor allem, wenn man das alleine macht oder selbst als kleines Team, ist das manchmal ziemlich schwer, die Herausforderung irgendwie richtig einzuordnen, zu priorisieren und irgendwie sich Hilfe zu holen.
Bei diesen ganzen Themen kann eben sehr, sehr schwer sein. Wir sind hier, um diesen Weg gemeinsam zu gehen, manchmal auch die schwierigen Fragen zu stellen, die man sich manchmal selber nicht stellt. Genau so würde ich das beschreiben.

Sehr schön, dann wissen jetzt auch alle, was eine Gründungsberatung eigentlich so macht. Was sind so ganz typische Herausforderungen, mit denen gründende Personen zu dir kommen bzw. auch zu uns hier in das Gründungszentrum? Was sind so typische Anliegen, Fragen, die vor allen Dingen aufploppen? Kann man das so pauschal zusammenfassen oder ist es doch sehr individuell?
Ja, ein Thema haben wir eben schon angesprochen: Ich glaube, das überliegende Thema ist oft, dass die Struktur fehlt. Also man hat eine tolle Idee, aber wenn man ehrlich ist, weiß man gar nicht so genau, wo man starten soll; oder man hat schon gestartet und es gibt so unglaublich viel, dass man gerade gar nicht so genau weiß - „welches Thema gehe ich denn jetzt als erstes in der Tiefe an?“ Das ist, glaube ich, so ein grundlegendes Thema, mit dem wir ganz, ganz viele Menschen betreuen: eben herauszufinden, was ist eigentlich der nächste Schritt und welche werden danach folgen.
Neben dem Thema gibt es eben auch sehr praktische Themen, die ganz oft bei uns auf dem Tisch landen. Das ist im sozialen Unternehmertum, auf das wir gleich noch zu sprechen kommen, bestimmt häufig auch sowas wie die Rechtsform. Das ist ein Thema, was uns ganz oft begleitet: In welcher Rechtsform kann ich das Ziel am besten verfolgen, dass ich mir vorgenommen habe? Das zweite Thema, was ganz oft aufploppt, ist dann die Finanzplanung, der Liebling der meisten Gründer:innen: Wie stelle ich einen Finanzplan auf, der einfach zeigt, wie ich in den nächsten zwei Jahren arbeite und der eben auch zeigt, dass mein Unternehmen profitabel ist? Also, dass ich mich traue, die Selbstständigkeit überhaupt loszutreten. Genau, das wären zusammengefasst so ein paar Themen, die immer häufiger bei uns aufkommen.

Auch ich hatte das Vergnügen, bei dir in der Beratung damals gewesen zu sein und ich weiß (und kriege das ja jeden Tag auch mit), mit welchem Spaß du an die Sache rangehst. Was sind denn so diese kleinen Momente des Alltags, die dir am meisten zurückgeben, die dir am meisten Spaß machen, vielleicht aber auch die nicht immer ganz so schön sind, wo du merkst, da könnte es vielleicht auch noch anders weitergehen oder derjenige braucht noch mal einen anderen Impuls? Was sind so die besonderen Momente, die guten und auch vielleicht die schwierigen?
Die erste Frage kann ich besser beantworten. Ich habe sehr viel Spaß bei dem, was ich tue. Ich habe es eben schon angesprochen: ich habe die Möglichkeit, ganz viele tolle Menschen kennenzulernen, die auf einer tollen Reise sind. Also alle sind höchst motiviert, weil sie ein Ziel vor Augen haben, und das ist irgendwie eine tolle Zeit, um Menschen zu begleiten. Also ich habe das Glück eben, dass ich in meinem Beruf Menschen eher durch eine positive Phase begleiten darf. Das haben leider nicht so viele Menschen. Ich glaube, es ist vor allem der Enthusiasmus, der einen antreibt. Es sind die Ideen, auf die man selber nicht gekommen wäre und es sind vor allem auch die Industrien und Bereiche, in die man abtauchen darf, mit denen man einfach sonst nicht so konfrontiert ist. Ich darf hier in sehr viele Industrien reingucken, von denen ich eigentlich gar keine Ahnung habe; was man immer meinen mag, dass der Berater irgendwie Experte sein muss für die verschiedenen Industrien, aber es ist ja genau das Gegenteil. Wir sind eben für diesen Gründungspart die Expert:innen. Die Menschen kommen eben mit ihrer eigenen Expertise hierher und wir unterstützen sie eben in dem anderen - und ich darf dafür ganz viel Wissen abgreifen aus all diesen Industrien. Und das ist, glaube ich, das, was mich jeden Tag antreibt und was meine Arbeit total spannend macht.
Ja, negativ kann man es gar nicht nennen. Ich habe ganz, ganz selten negative Erfahrung hier. Es betröpselt einen manchmal, dass Gründer:innen feststecken, und dann ist es unsere Aufgabe, ja auch motivierend zu wirken (und ich hoffe, dass wir das immer hinkriegen). Das sind die Momente, wo man oft einfach noch mal drüber nachdenkt: Wie finde ich die richtigen Worte, um die Menschen eben nicht zu demotivieren, sondern eben realistische Einschätzungen zu treffen, was ihre Gründung angeht. Also Geduld ist eine ganz große Tugend, die man in der Gründungsberatung schon haben muss.

Nun bist du ja auch selber mit deiner eigenen Unternehmensberatung selbstständig. Hilft dir dann die eigene Selbstständigkeit auch in der Beratung und in der Arbeit mit gründenden Persönlichkeiten an sich?
Ja, total. Ich war, bevor ich ins Gründungszentrum gekommen bin, schon achteinhalb Jahre selbstständig. Ich habe mich fast aus dem Studium heraus selbstständig gemacht, was auch nicht so ganz die Norm ist. Ich kann in meiner Arbeit hier als Beraterin eben auf diese acht Jahre zurückgucken und eben auch auf meine eigene Gründungszeit, in der man ziemlich viel nicht nur zweifelt, sondern vor allem auch am rumprobieren ist und dann zweifelt, was eigentlich die richtige Lösung ist.
Und du hast eben das Wort Geduld angesprochen. Ich glaube, das ist das, was wir hier mitgeben. Wir wissen alle nicht, ob eine Idee fruchtet oder nicht. Wir können versuchen, Hypothesen aufzustellen und die zu prüfen. Dafür braucht es manchmal Geduld und das nehme ich auf jeden Fall aus meiner eigenen Selbstständigkeit mit. Das andere Thema ist, dass man, wenn man in die Selbstständigkeit geht, auf die eine oder andere Weise natürlich doch sehr auf sich selbst gestellt ist. Das hat Vorteile, deswegen machen viele Leute das. Es hat aber auch ganz viele Nachteile. Also man ist viel in seinem eigenen Kopf unterwegs, hat wenig Sparringspartner:innen oder muss sich die aktiv suchen. Darum geht's eigentlich, man muss viel aktiver werden in dem, was man tut, weil man niemand hat, der einem eine Aufgabe gibt - man muss sich das den Weg eben selber suchen und da greife ich total oft auf die eigene Erfahrung, wenn ich Leute vor mir sitzen habe, die eben so ein bisschen am verzweifeln sind, und erzähle eben, dass sie damit nicht alleine sind und das ist auch immer total schön. Genau, ich würde sagen, das ist definitiv bereichernd für meine Arbeit hier als Gründungsberaterin.

Das ist eine super Überleitung für die nächste Frage. Denn auch du wirst sicherlich Herausforderungen in deiner eigenen Selbstständigkeit gehabt haben und auch noch haben. Was waren denn so die großen Herausforderungen? Vielleicht kannst du drei Stück nennen auf deinem eigenen Gründungsweg: wo bist du vielleicht an Grenzen gestoßen, hättest dir vielleicht auch Hilfe gewünscht oder auch vielleicht gesucht?
Ich wiederhole mich so ein bisschen - das erste habe ich eben schon angesprochen, ist dieses in Anführungszeichen „alleine sein“, also darüber stolpert man vor allem am Anfang. Man stolpert aber auch die Selbstständigkeit über immer wieder mal darüber, wie bekomme ich mich selbst strukturiert und wo bekomme ich selber Motivation her. Ich glaube, das ist ein großer Struggle, den man gar nicht aus dem Weg räumen kann so richtig, mit dem man einfach arbeiten muss. Und es gibt auch, das habe ich gelernt in der Gründungsberatung, keinen einzigen guten Weg für, sondern da muss jeder seinen individuellen Weg für finden. Ich würde sagen, das ist so der erste Punkt.
Der zweite Punkt hat in Anlehnung daran was damit zu tun: Austausch. Als Selbstständige hat man einfach weniger Austausch, als dass man das in einem Unternehmenskontext, in einem Team hat. Man ist eben kein Team und selbst wenn man in einem Team gründet, ist es trotzdem sehr limitiert. Also das wäre so die zweite Herausforderung, die ich sehe: sich aktiv darum zu bemühen, ein Netzwerk aufzubauen, mit dem man sich austauschen kann. Und da möchte ich auch für plädieren, auch hier gibt es irgendwie keine Lösung, sondern ein Netzwerk kann immer sehr individuell sein. Entweder es ist ein großes Netzwerk an vielen Menschen, aber es können auch nur die zwei, drei richtigen Leute sein, die einen begleiten auf diesem Weg der Selbstständigkeit.
Ich glaube, das wäre so das zweite Thema und das dritte Thema hatten wir heute auch schon, witzigerweise, das wäre das Thema Geduld. Also in das Thema kommt natürlich oft vor in finanziellen Dingen, manchmal läuft es einfach besser als in anderen Situationen. Die Geduld zu haben und das Selbstbewusstsein, dass es schon wieder wird, eben gepaart mit einer gewissen Energie, die man natürlich reinstecken muss. Ich glaube, diese Momente gibt es immer wieder: es ist gar nicht der eine Moment. Die Momente kommen immer wieder, aber es kommen eben auch die anderen wieder.

Sehr schön gesagt und absolut motivierend. Da sieht man mal wieder, wie eine Gründungsberatung agieren kann.
Nun kommen wir mal zu einem ganz anderen Thema: du hattest es vorhin schon genannt, das berühmte „soziale Unternehmertum“ oder „Social Entrepreneurship“ oder welche Begriffe man dafür auch am Ende nutzen möchte. Wir im Gründungszentrum Enterprise haben natürlich hier ganz, ganz stark einen Fokus, denn wir unterstützen ja Gründungen im Bereich des Sozialen, der Innovation und der Nachhaltigkeit - für uns ist der gesellschaftliche Wandel ja auch ganz, ganz wichtig. Wie siehst du das? Warum sollte genau solch eine Wirkung nach außen - eben solch eine gesellschaftlich wichtige Wirkung - denn überhaupt bei Unternehmen ankommen? Warum ist das wichtig?

Ja, ich glaube, wir leben heutzutage in einer Welt, in der man Unternehmertum und Unternehmen nicht mehr isoliert betrachten kann. Ein Unternehmen ist immer auch Teil der Gesellschaft und der Umwelt, in dem es agiert, und hat damit auch eine große Wirkung bzw. hätte die Möglichkeit eine große Wirkung auf diese Umwelt zu haben. Ich bin ja vor ein paar Jahren mal über dieses Thema gestolpert (eigentlich sogar schon während meines Studiums) und ich dachte, wie schön ist der Gedanke, dass wir eben nicht nur mit Politik die Welt verändern können, sondern dass auch wirtschaftliches Handeln einen Beitrag zu einer besseren Gesellschaft und einer besseren Welt beitragen kann! Also auch Profit ist zweifellos irgendwie ein Bestandteil unternehmerischen Handels, das soll es auch bleiben. Aber wäre es nicht schön, wenn eben die Verbesserung der Umwelt und die Verbesserung unserer Gesellschaft eben auch unternehmerisch getätigt werden kann? Daher glaube ich, dass wir auf eine Welt zusteuern, in der jeder, der sich selbstständig macht, dieses Thema eigentlich mitdenken muss von vornherein. Denn wir haben den Luxus nicht mehr, die Gesellschaft nicht mitzudenken. Aber um ein Unternehmen nachhaltig aufzustellen, glaube ich - und das verstehen wir mittlerweile alle-, müssen wir diese Themen alle mitdenken, sonst ist ein Unternehmen eben nicht resilient genug.
Das wäre so der zweite Baustein, den ich bei diesem Thema immer anspreche: zum einen unsere Aufgabe und unsere Verantwortung der Welt und der Gesellschaft gegenüber, aber eben auch unsere Verantwortung dem eigenen Unternehmen gegenüber und der Selbstständigkeit und diese nachhaltig eben zu gestalten.

Also kann man schon zusammenfassend sagen, dass du eindeutig siehst, dass ein Unternehmen aktiv zur Lösung von diesen ganzen großen Herausforderungen, die wir gerade zu bewältigen haben, schon beitragen kann? Das kann ja politischer Natur sein, Umweltthemen, es kann ja ganz weite gesellschaftliche und soziale Probleme lösen und vielleicht auch im Kleinen wirken. Und da setzen wir ja genau hier im Gründungszentrum Enterprise an, dass wir genau das versuchen im Kleinen oder auch im Großen - je nachdem wie klein oder groß die Idee ist. Was glaubst du denn, welche Themen und Herausforderungen werden in den nächsten Jahren besonders wichtig für die sogenannten Social Entrepreneurs?
Ja, genau, ich würde da vorwegnehmen, dass man die Social Entrepreneurs gar nicht alleine betrachten sollte, sondern wie gesagt ich kann mir vorstellen oder ich würde mir wünschen, dass wir in eine Welt gehen, in der jedes Unternehmen, was neu gegründet wird, eben als soziales Unternehmen gegründet wird mit all seinen Bereichen. Das heißt nicht, dass alle Unternehmen die gleichen Lösungen finden, sondern jedes Unternehmen zahlt ja auf andere Dinge ein.
Die Themen sind in aller Munde: da ist der Klimawandel ein Riesenthema, dem wir uns mit sozialen Unternehmen widmen werden. Da ist so ein Thema wie Kreislaufwirtschaft und CO2-Reduktion natürlich an erster Stelle. Es werden aber auch ganz viele gesellschaftliche Themen sein. Da wird schon viel diskutiert, Inklusion und Chancengleichheit eben gleich mitzudenken, wenn man ein Unternehmen gründet. Das kann in der Rechtsform sein, das kann eben aber auch in anderen Dingen sein. Dafür sind wir hier im Gründungszentrum da, dass wir diese ganzen Themen eben schon frühzeitig aufs Tapet bringen. Das müssen die Gründer:innen gar nicht mitbringen, sondern das machen wir hier. Und es ist uns auch wichtig, dass die angesprochen werden, bevor gegründet wird.

Also kurz gesagt, es dürfte auch jemand kommen, der noch nicht ganz so weiß, ob die Idee wirklich andersweitig umzusetzen wäre im Sinne von grüner werden, sozialer werden und so weiter?
Ja, na klar, uns geht es hauptsächlich um die Haltung, die jemand mitbringt, und die Haltung, dass man mit der Unternehmung, die man sich hier vornimmt, eben nicht nur profitabel sein möchte, sondern eben auch einen kleinen Beitrag zur Gesellschaft leisten möchte. Du hast eben schon gesagt, im Kleinen oder Großen. Es geht beides.
Es geht mit Unternehmen, deren Produkt nicht unbedingt auf den ersten Blick ökologisch-nachhaltig, innovativ oder sozial ist, aber die mit der Form des Unternehmens eben einen Beitrag leisten über Arbeitnehmer:innen, die sie anstellen, und die Art und Weise, wie sie sie beschäftigen, bis hin zu eben politischen Akteur:innen, die sie damit werden wollen.
Die Haltung, wie gesagt, und das Mitdenken des Themas, auch der Wunsch zu sagen, ich habe hier eine Idee, weiß noch nicht so genau, wie ich die einbette in diese Gesellschaft, wäre ein großer Schritt, damit zu uns zu kommen.

Das ist doch schon mal auch eine schöne Überleitung, um den ultimativen Tipp auf dem Weg zur Gründung von dir zu hören. Was würdest du denn angehenden Gründer:innen auf den Weg mitgeben wollen?
Auch hier haben wir beide Themen angesprochen: Das erste Thema Geduld. Lasst euch nicht aus der Ruhe bringen und lasst euch vor allem nicht von Selbstzweifeln auffressen.
Der zweite große Wunsch ist: sucht euch Struktur und sucht euch Unterstützung, also macht das Ganze nicht alleine. Das soll jetzt kein Werbeaufruf für das Gründungszentrum Enterprise (😉) sein. Wir würden uns freuen, euch auf dem Weg zu begleiten. Aber es bedeutet auch, einfach mal die ersten Freunde darüber informieren, was man eigentlich vorhat, und in Diskussionen und den Austausch zu gehen über die Idee. Das wären, glaube ich, meine zwei Tipps, die ich mitgeben würde für die Gründung.

Und nehmen wir an, Freunde und Freundinnen sind tatsächlich alle jetzt im Boot. Wo kann man dich denn antreffen, wenn man Lust hat, mit dir über genau diese Idee zu plaudern?
Physisch sitzen wir mit dem Gründungszentrum Enterprise in der Schiffbauergasse in Potsdam. Wir sind aber über ganz Brandenburg verteilt tätig. Wenn ihr Lust habt, mal mit uns zu sprechen, dann findet ihr uns auf unserer Webseite. Dort könnt ihr ein kostenloses Erstgespräch mit uns buchen - das ist entweder mit mir oder meinem Kollegen Sebastian. Da werden wir telefonisch euch einmal kennenlernen, ihr uns, und eruieren, wie es weitergeht. Also wir würden uns sehr freuen, von euch zu hören!

Kommen wir nun zu der letzten Frage, eine Überraschungsfrage. Nenn wir doch mal eine Zahl von 1 bis 6.
4

Die vier bedeutet: Das größte Gründer:innen-Geheimnis ist eigentlich, dass…
… alle von uns irgendwann mal Selbstzweifel haben und das gar nicht ausbleibt auf dem Weg zur Gründung.

Top Secret und jetzt haben wir es gelüftet.
Ich bedanke mich dafür, dass wir über deine Gründungsberatung, über die Arbeit hier im Gründungszentrum Enterprise sprechen konnten und dass wir so einen ganz kleinen Einblick in das soziale Unternehmertum geben konnten.
Ich hoffe ansonsten, du hattest einen schönen Moment mit uns und ich freue mich auf das nächste Coffee-Date. Bleib gespannt.

Vielen Dank, liebe Jenny, schön, dass ich hier sein durfte.


Du hast eine Gründung, aber noch keinen Plan, wo du anfangen sollst?
Willkommen beim Gründungszentrum Enterprise! Wir sind deine erste Anlaufstelle für innovative, soziale und nachhaltige Gründungsvorhaben in Brandenburg. Mit kostenfreier Beratung, spannenden Workshops und einem starken Netzwerk begleiten wir dich auf deinem Weg in die Selbstständigkeit. Wenn du die Welt verbessern möchtest und aktiv die Zukunft gestalten möchtest, wir helfen Dir aus deiner Idee echten Impact zu machen. Meld dich doch bei uns! Besuch dafür unsere Website und buch dir direkt ein kostenfreies Erstgespräch. Wir freuen uns auf dich und deine Idee!

Das Projekt Gründungszentrum Enterprise ist ein Projekt der Social Impact gGmbH und wird gefördert durch das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz des Landes Brandenburg und kofinanziert von der Europäischen Union.

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