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Frau liegt mit offenem Buch auf dem Gesicht, symbolisiert Mental Load im Blogartikel

Mental Load im Gründungsprozess… und wie du ihn erkennst

Mittwoch, 28. Mai 2025

Mental Load beim Gründen? Erkenne die Warnzeichen – und wie du gut damit umgehen kannst.

„Wir haben 1000 Menschen gefragt…“ - so lautete der berühmte Satz beim „Familienduell“ (wem das nichts mehr sagt, eine der besten Unterhaltungssendungen in den 90ern, einfach mal googlen). In unserem Fall haben wir 1000 Gründer:innen gefragt: Was bedeutet das Gründen für euch? Die meistgenannten Antworten waren Freiheit und Selbstverwirklichung. Damit einher geht aber auch Verantwortung.

Wer eine Idee in die Welt bringen will, muss meist mit vielen Aufgaben, Entscheidungen und Erwartungen jonglieren. Und manchmal wird’s dann eben auch „zu viel“. Genau hier kommt ein Begriff ins Spiel, der vor allem im privaten Bereich bekannt ist, aber auch im beruflichen Kontext immer relevanter wird: Mental Load.

In diesem Artikel schauen wir uns gemeinsam an, was Mental Load eigentlich ist, wie er sich im Gründungsprozess zeigt – und was du tun kannst, um ihn frühzeitig zu erkennen und zu reduzieren.

1. Was bedeutet Mental Load – und warum betrifft er auch dich?

Mental Load beschreibt etwas Unsichtbares: die Denkarbeit, die entsteht, wenn viele To-Dos, Fristen, Absprachen und Sorgen dauerhaft im Kopf kreisen. Die Denkarbeit, die mit der Planung, der Orga und dem ständigen Erinnern an bestimmte Tätigkeiten einhergeht. Oft geht es eben nicht nur um das Tun, sondern vor allem um das ständige Dran-Denken-Müssen.*

In der Gründung heißt das zum Beispiel: Du arbeitest an deinem Finanzplan, denkst aber gleichzeitig daran, dass du noch eine Domain buchen, eine Präsentation vorbereiten und jemanden zurückrufen musst. Mental Load ist kein persönliches Scheitern, sondern schlichtweg eine Überforderung deines (körperlichen und emotionalen) Systems und betrifft mehr Menschen als du vielleicht denkst – gerade in der Gründungsphase, wo oft noch keine klare Struktur oder Aufgabenteilung existiert.

*Und Neben-Impuls: Wenn der Druck von außen und von innen kommt (Hello Perfektionismus! Hello Imposter!) und dem Stress nett die Tür öffnet, wird dein noch so starkes Elefanten-Hirn zu einem absoluten Nudelsieb inkl. echtem Spagettimonster!


2. Typische Anzeichen für Mental Load im Gründungsprozess

Kennst du das Gefühl, nie „richtig“ fertig zu sein? Es nie „perfekt“ zu haben? Du arbeitest viel, aber dein Kopf bleibt voll? Das kann ein Zeichen für Mental Load sein. Weitere Hinweise können sein:

  • Du hast das Gefühl, alles selbst im Blick haben zu müssen (… weil es ja sonst keiner macht!?).
  • Du schläfst schlecht, weil dein Gehirn To-Do-Listen schreibt (und gefühlt nie was abhakt…).
  • Du fühlst dich erschöpft, obwohl du „nur“ am Schreibtisch sitzst (und die x-te Vitaminschorle bringt nichts).
  • Du kannst nicht abschalten, auch wenn gerade kein Termin ansteht (Duracell-Häschen-Mode on).

Besonders tricky:Diese Belastung ist oft nicht sichtbar, weder für andere noch für dich selbst – bis sie sich irgendwann doch zeigt, zum Beispiel durch Erschöpfung oder Entscheidungsmüdigkeit.


3. Besonders betroffen: Personen mit Care-Aufgaben und Mehrfachrollen

Viele Gründende übernehmen parallel viele verschiedene Rollen. Sie sind Eltern (im besten Fall sogar alleinerziehend), pflegende Angehörige, Ehrenamtliche oder auch einfach nur „die, die an alles denken“. Vor allem in der nebenberuflichen Gründung nehmen sie noch die Rollen der engagierten und angestellten Fachkraft und des Familienmenschen ein.

Gerade Frauen* oder Personen, die aus sozialen Kontexten heraus besonders viel Verantwortung tragen, berichten häufiger von dieser unsichtbaren Last. Wichtig: Du bist damit nicht allein – und du musst sie nicht allein tragen.


4. Was hilft denn nun? Deine erste Strategien zum Umgang mit Mental Load

Plakativ gesagt: Da möchte dein Chef gerade noch schnell die Präsentation für den morgigen Termin, die Waschmaschine bimmelt im Sekundentakt, der Sohnemann hängt am Rockzipfel (ihm ist ja soooo langweilig) und dann hast du schon die ganze Zeit den Finanzplan für dein selbstbestimmtes Business geöffnet, aber du kommst einfach zu nichts… achso, und gegessen hast du heute eigentlich auch noch gar nichts. Und das, wo der Kühlschrank auch noch leer ist…!? Aaaaaah, wer wäre da nicht überfordert?

Du hast also erkannt, dass dich die mentale Überforderung überrollt hat? Oder du merkst, dass du zu den „gefährdeten“ Personen gehörst? Dann gehe wie folgt vor:

  • Schreibe alles auf: Entlaste deinen Kopf. Nutze Tools oder ein Notizbuch. Du musst dir nicht alles merken. Und wenn du es einmal notiert hast, gibst du deinem Kopf die Sicherheit, dass es nicht vergessen wird. Er wird ruhiger. Nicht ohne Grund heißt es ja: Wer schreibt, der bleibt!
  • Priorisiere ehrlich: Was ist wirklich wichtig – und was kann warten? Und was sind vielleicht nur Aufgaben, die ich mache, weil sie von der Gesellschaft erwartet werden? Und setze dich unbedingt mal mit dem Pareto-Prinzip auseinander (kurz gesagt: 80 % der Ergebnisse werden mit 20 % des Aufwands erreicht, während die restlichen 20 % der Ergebnisse 80 % des Aufwands benötigen).
  • Plane Pausen aktiv ein: Nicht als Belohnung, sondern als festen Teil deines Tages. Das kann der kleine Kaffee morgens sein, der Spaziergang in der Mittagssonne oder auch der große Urlaub. Je mehr kleine und große Pausen im Alltag, desto schöner für dich.
  • Hol dir Unterstützung: Austausch mit anderen, Beratung oder Coworking – gemeinsam ist vieles leichter. Zum einen kannst du nämlich so deinen emotionalen Müll einmal abladen, zum anderen ermöglichst du dir neue Perspektiven. Und im besten Fall lernst du jemanden kennen, der/die deine Aufgabe übernehmen kann.
  • Sag auch mal Nein: Du musst nicht alles gleichzeitig machen, Schritt für Schritt reicht völlig. Und denk immer daran: Ein Nein zu anderen ist immer ein Ja zu Dir (#peoplepleasing).
  • Gönn dir: klingt leicht, aber es ist machbar. Kleine Glücksmomente, die dich zum Lächeln bringen. Lachen ist gut gegen Stress. Der leckere griechische Joghurt mit frischen Erdbeeren, die Streicheleinheit mit Nachbars Hund oder der kleine Dino mit Farbwechselfunktion (absoluter Tipp aus der Social Media-Fraktion) – es sind die winzigen Momente der Glücksseligkeit.

Und was ist, wenn du mal in den Urlaub fahren möchtest? Darfst du das überhaupt, während du gründest oder slbtstsändig bist? Aber auch hier haben wir ein paar passende Tipps in diesem Blogartikel.


5. Was du für dich und andere verändern kannst

Setze die Brille auf und schau genau hin. Mental Load sichtbar zu machen, ist der erste Schritt zur Veränderung – für dich und auch in deinem Umfeld. Sprich darüber. Teile deine Erfahrungen. Und gib Aufgaben bewusst ab, wenn du kannst.

Wir im Gründungszentrum Enterprise begegnen dem Thema mit viel Verständnis und konkreter Unterstützung – in der Beratung, im Netzwerk oder einfach mal bei einem Kaffee. Denn: Gründen ist kein Solo-Projekt. Und du musst es auch nicht allein schultern.


Fazit

Mental Load ist real – auch (oder gerade) beim Gründen. Es geht nicht darum, alles perfekt zu machen, nur noch positiv rumzurennen und vor Glück zu sprühen. Das kann niemand. Es darf auch mal die unruhigen, stressigen und lauten Momente geben. Wichtig ist dannehrlich hinzuschauen und gut für sich zu sorgen.
Und wenn du gerade das Gefühl hast, dein Kopf platzt aus allen Nähten – melde dich bei uns. Wir begleiten dich mit klarem Blick, Struktur und offenen Ohren. und das ganze kostenfrei!

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